

Warum ein Zyklusmöbel?
Warum Zyklusmöbel?
Möbel gibt es viele und in jeder erdenklichen Qualität. Doch was unterscheidet ein Zyklusmöbel von einem konventionellen Möbel?
Ganz einfach.
Möbel folgen im besten Fall einem Wirtschaftskreislauf. Rohstoffe werden dadurch zwar wiederverwertet. Sie werden jedoch mit jedem Wiederverwertungsprozess mit mehr und mehr synthetischen Bindemitteln versetzt. Zur Folge hat das, dass das Material irgendwann als giftige Schlacke auf einer Deponie endet.
Zyklusmöbel hingegen folgen einem natürlichen Kreislauf, ähnlich einer Pflanze.
Nach der Nutzungszeit wird das Zyklusmöbel zerlegt und die Beschläge sowie die intakten Teile vom Möbel entfernt. Diese lassen sich recyceln oder wiederverwenden.
Ab hier beginnt der eigentliche Unterschied …
Denn der Wiederverwertungsprozess übernimmt von hier an ein Pilz.
… Nun beginnt die eigentliche Sensation …
Der restliche Teil des Zyklusmöbels wird zusammen mit den Produktionsresten zu Substrat geschreddert und dient einem Pilz als Nährstoff.
Dieser durchwächst das Substrat und lässt alle Schnitzel zu einer festen Masse zusammenwachsen.
Diese Masse kann verpresst und erhitzt werden. Somit erhält man eine Myzelkompositplatte – das rein natürliche Pendant zur Spanplatte.
Selbst nach jedem weiteren Wiederverwertungsprozess bleibt das Material rein natürlich.
Myzelkompositplatten werden anschliessend zu einem neuen Bestandteil einer weiteren Generation von Zyklusmöbeln.
Weshalb der Aufwand?
Das Zyklusmöbel-Konzept löst gleich vier neuzeitliche Probleme gleichzeitig.
1. Verantwortungsbewusster Umgang mit Rohstoffen
Holz ist ein langsam wachsender Rohstoff. Für die Herstellung eines Massivholzmöbels fallen zudem Unmengen an Resten, sogenanntem Verschnitt, an – meist bis zu 70 %, der oft zur Energiegewinnung verbrannt wird.
Der Verschnitt von Zyklusmöbeln und das eigentliche Zyklusmöbel können jedoch erneut als Rohstoff für Myzelkompositplatten wiederverwertet werden – ganz ohne Zugabe von synthetischen Bindemitteln oder Hilfsstoffen. Der Rohstoff Holz kann somit mehrmals wiederverwertet werden, ohne seine Natürlichkeit zu verlieren.
2. „Plastifizierung“ von natürlichen Rohstoffen vermeiden
Das Problemwort heisst „Verbundstoff“.
Werden natürliche Träger wie Holz mit synthetischen Stoffen verklebt, beschichtet, lackiert oder geölt, lassen sich diese Stoffverbindungen – die Verbundstoffe – nur sehr schwer bis gar nicht voneinander trennen.
Allerdings kann man konventionelle Möbel nur in einem Kaskadensystem als Rohstoff wiederverwerten, in dem genau das geschieht. Dabei werden bei jedem Wiederverwertungsschritt erneut künstliche Bindemittel zugemischt, um Plattenmaterial für den Möbelbau zu erhalten.
Die Verbundstoffe der Zyklusmöbel bestehen wiederum aus rein natürlichen Stoffen. Bei der Wiederverwertung kommt ein Pilz als Bindemittel zum Einsatz.
Egal, wie oft ein Zyklusmöbel wiederverwertet wird: Am Schluss entstehen nur organisch-mineralische Stoffe, die der Natur und uns selbst nicht schaden.
3. Bewahrung des Handwerks
Beim Zyklusmöbel-Konzept kombiniere ich altes Wissen mit neuem. So ist zum Beispiel die Entdeckung von Pilzmyzel als Bindemittel in der heutigen Zeit entstanden, wobei der natürliche Klebstoff Gliim – ein Produkt aus dem letzten Jahrhundert – aus Mexiko stammt.
Klar haben synthetische Klebstoffe, Lacke und Co. unser Handwerk massiv einfacher gemacht. Das Fachwissen darüber, wie man mit einem Naturprodukt umgeht, geht deshalb mit der Zeit allmählich verloren.
Doch ein Möbel als Stück Natur für zu Hause ist einfach ganz anders. Es bleibt lebendig und in Bewegung. Es bedarf mehr Hingabe und vielleicht auch etwas wie Respekt für etwas, das massiv mehr ist als nur tote Materie.
Unsere Vorfahren wussten mit natürlichen Rohstoffen umzugehen. Dieses Fachwissen ist fundamental für die Entstehung der Zyklusmöbel.
4. Zirkulär – mit der Natur als Partner
Wiederverwerten, wiederverwenden und renaturieren. Das sind die drei Pfeiler des Zyklusmöbel-Konzepts.
Der Wegwerfmentalität entgegenzuwirken, bedarf noch einiger Zeit und Aufklärung. Ein funktionierender Kreislauf für Zyklusmöbel und somit ein massvoller Umgang mit der Natur stehen allerdings nichts mehr im Weg.
Interessiert?
Nehmen Sie Kontakt mit mir auf und erleben Sie selbst die Faszination eines Zyklusmöbels bei sich zu Hause.

Holzschnitzel dienen einem Pilz als Nährstoff und werden in einer Form mit dem Pilzmyzel vermischt

Das Pilzmyzel ernährt sich vom Holzsubstrat und vernetzt alles zu einer gummiartigen Masse

In einem Press-und Erhitzungsprozess wird die Form verdichtet und das Pilzwachstum gestoppt
